Eine IP-Klasse gibt an, wie gut das Gehäuse eines elektrischen Produkts gegen Berührung, Staub und Wasser geschützt ist. Die erste Zahl beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper und Staub, die zweite Zahl den Schutz gegen Wasser. So ist IP20 nur für trockene, geschützte Umgebungen geeignet, während ein Produkt mit IP65 staubdicht ist und gegen Wasserstrahlen resistent ist.
Was ist eine IP-Klasse?
Bei Wechselrichtern, Batterien, Ladestationen und anderen elektrischen Komponenten begegnet man häufig Begriffen wie IP20, IP44 oder IP65. Aber was sagen diese Zahlen eigentlich aus?
IP steht für Ingress Protection. Der IP-Code ist in der internationalen Norm IEC 60529 festgelegt und gibt an, in welchem Maße ein Gehäuse Schutz vor dem Zugang zu gefährlichen Teilen sowie vor dem Eindringen von festen Fremdkörpern und Wasser bietet.
Eine IP-Klassifikation besteht meist aus zwei Ziffern:
| Code | Bedeutung |
|---|---|
| Erste Ziffer | Schutz gegen Berührung, feste Fremdkörper und Staub |
| Zweite Ziffer | Schutz gegen Wasser |
Bei IP65 bedeutet die 6 also etwas anderes als die 5.
Quelle: IEC 60529 – Degrees of protection provided by enclosures.
Was bedeutet die erste Ziffer?
Je höher die erste Ziffer, desto besser schützt das Gehäuse gegen das Eindringen fester Fremdkörper.
| Ziffer | Schutz |
| 0 | Kein Schutz |
| 1 | Schutz gegen Gegenstände größer als 50 mm |
| 2 | Schutz gegen Gegenstände größer als 12,5 mm |
| 3 | Schutz gegen Gegenstände größer als 2,5 mm |
| 4 | Schutz gegen Gegenstände größer als 1 mm |
| 5 | Staubgeschützt; begrenztes Eindringen möglich |
| 6 | Staubdicht |
Und die zweite Ziffer?
Die zweite Ziffer bezieht sich auf den Schutz gegen Wasser.
| Ziffer | Schutz |
| 0 | Kein Schutz gegen Wasser |
| 1 | Vertikal fallende Wassertropfen |
| 2 | Fallende Wassertropfen, wenn das Gehäuse bis zu 15° geneigt ist |
| 3 | Spritzwasser |
| 4 | Spritzendes Wasser |
| 5 | Wasserstrahlen |
| 6 | Starke Wasserstrahlen |
| 7 | Vorübergehendes Untertauchen |
| 8 | Langanhaltendes Untertauchen unter den vom Hersteller angegebenen Bedingungen |
Auch diese Klassifikation folgt aus der IEC 60529. Die genauen Testbedingungen unterscheiden sich je nach Schutzgrad und sollten daher immer zusammen mit den Produktspezifikationen des Herstellers betrachtet werden.
Übliche IP-Klassen im Überblick
In der Praxis trifft man vor allem auf diese Kombinationen:
| IP-Klasse | Was bedeutet das? |
| IP20 | Geschützt gegen Berührung, z. B. mit Fingern, aber nicht gegen Wasser |
| IP21 | Wie IP20, plus Schutz gegen vertikal fallende Wassertropfen |
| IP44 | Geschützt gegen kleine feste Fremdkörper und spritzendes Wasser |
| IP54 | Geschützt gegen Staub und spritzendes Wasser |
| IP55 | Geschützt gegen Staub und Wasserstrahlen |
| IP65 | Staubdicht und geschützt gegen Wasserstrahlen |
| IP66 | Staubdicht und geschützt gegen starke Wasserstrahlen |
| IP67 | Staubdicht und geschützt bei vorübergehendem Untertauchen |
| IP68 | Staubdicht und geeignet für langanhaltendes Untertauchen gemäß den Bedingungen des Herstellers |
Bedeutet eine höhere IP-Klasse automatisch, dass ein Produkt besser ist?
Nicht unbedingt. Die richtige IP-Klasse hängt vor allem davon ab, wo und wie Sie das Produkt installieren.
Ein Gerät, das dauerhaft in einem trockenen Technikraum montiert ist, benötigt zum Beispiel nicht denselben Schutz wie Geräte, die im Freien Regen und Staub ausgesetzt sind.
Außerdem gibt der IP-Code nur Auskunft über den Schutz, der innerhalb der Norm getestet wird. Aspekte wie UV-Beständigkeit, Korrosionsschutz, Temperaturbereich und Eignung für einen bestimmten Montageort müssen Sie separat in der Dokumentation des Herstellers prüfen.
Was bedeutet ein X im IP-Code?
Manchmal sieht man zum Beispiel IPX4. Das X bedeutet, dass für diesen Teil der Klassifikation kein Schutzgrad angegeben ist.
Bei IPX4 ist also angegeben, wie gut das Produkt gegen Wasser geschützt ist, aber der Code gibt keine Klassifikation für den Schutz gegen feste Fremdkörper an.
Welche IP-Klasse benötigen Sie?
Das hängt von der jeweiligen Installation ab. Schauen Sie daher nicht nur auf die Zahl im Datenblatt, sondern vor allem auf die örtlichen Gegebenheiten und die Installationsvorschriften des Herstellers.
So vermeiden Sie, dass ein Produkt auf dem Papier einen hohen Schutz bietet, aber an einem Ort montiert wird, für den es nicht vorgesehen ist.
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