Bei vielen Wechselrichter- und Batteriesystemen benötigt man für die Backup-Funktionalität eine separate Backup-Box (denken Sie an Growatt Backup Box, Huawei SmartGuard und Enphase System Controller). Diese wird meist direkt nach dem Haupteingang installiert und regelt die Umschaltung bei Netzausfall.
Aber: Es gibt auch Systeme, bei denen diese Funktion bereits im Wechselrichter oder der Batterie integriert ist. In diesem Artikel erklären wir, wie man eine solche Installation aufbaut und worauf man zusätzlich achten muss.
Möchten Sie mehr über separate Backup-Boxen erfahren? Sehen Sie sich auch diesen Artikel an
Wechselrichter/Batterie mit eingebautem Backup: die Grundkonfiguration
Bei einem Wechselrichter mit eingebautem Backup können Sie die Installation meist auf zwei Arten gestalten:
Nur ein Teil des Hauses im Backup (kritische Gruppen)
Das gesamte Haus im Backup (wenn die Leistung des Systems dies zulässt)
Ein deutliches Beispiel hierfür sehen Sie im Anschlussplan der Growatt WIT-HU Wechselrichter. In dieser Serie können Sie außerdem auch einen Generator an den Wechselrichter anschließen – praktisch, aber Achtung: Dies ist bei weitem nicht bei jeder Marke oder jedem Typ möglich.
Was sieht man im Schema?
Im Schema wird die Backup-Seite oft als separater Ausgang dargestellt (zum Beispiel „Load“ oder „Backup“).
Die Gruppen, die im Backup enthalten sind, werden oft Primary Load (oder „kritische Last“) genannt.
Der Gesamtverbrauch wird in diesem Fall mit CT-Spulen gemessen. In anderen Systemen geschieht dies häufig über einen separaten kWh-Zähler/Energiemesser.
Kurz gesagt: Sie messen, was im Haus passiert, und steuern einen ausgewählten Teil (oder alles) über den Backup-Ausgang.
Der Bypass-Schutzschalter: warum er wichtig ist
In vielen Schaltplänen sieht man auch einen „Bypass-Schutzschalter“ (Bypass-Schalter).
Dieser Bypass ist nicht nur Dekoration: Er sorgt dafür, dass die Primary Load immer Strom erhalten kann, auch wenn:
der Wechselrichter ausgeschaltet ist,
Wartungsarbeiten durchgeführt werden,
oder es eine Störung im Backup-Kreis gibt.
Ohne Bypass läuft alles immer über den Wechselrichter. Und das birgt ein Risiko:
Achten Sie auf die verfügbare Leistung
Wenn Sie die Primary Load kontinuierlich über den Backup-Ausgang des Wechselrichters versorgen, kann es sein, dass:
die maximale Ausgangsleistung des Wechselrichters/Batterie niedriger ist als die Kapazität des Haupteingangs,
und Sie daher weniger Leistung zur Verfügung haben, als Sie gewohnt sind.
Das merken Sie besonders bei Spitzenlasten (Kochen, Wärmepumpe, Ladestation, etc.).
Beste Praxis: Verwenden Sie einen ATS (Automatic Transfer Switch)
Die praktischste Lösung ist, den Bypass nicht „manuell“ zu realisieren, sondern mit einem ATS (Automatic Transfer Switch).
Damit erreichen Sie zwei Dinge:
Bei normalem Netzbetrieb läuft die Primary Load einfach über das Netz (nicht unnötig über den Wechselrichter).
Bei Netzausfall schaltet der ATS automatisch auf den Backup-Ausgang („Load“/„Backup“) des Wechselrichters um.
Fazit:
Installieren Sie einen ATS vor dem Bypass, sodass die Primary Load nur während eines Stromausfalls über den Backup-Ausgang versorgt wird. Dies liefert in der Praxis meist die meiste nutzbare Leistung und macht die Installation zuverlässiger.
Schematisch (mit ATS)
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