Laut NEN1010 darf ein Installations- oder FI-Schutzschalter dauerhaft nur bis zu 80 % seines Nennwertes belastet werden. In diesem Artikel findest du eine praktische Tabelle mit dem maximalen Dauerstrom pro Sicherungswert. Außerdem erklären wir, warum der Hauseingang hierbei eine wichtige Rolle spielt. Unverzichtbar für eine sichere und normgerechte PV- oder Batteriesysteminstallation.
Achtung: Bei Batteriesystemen wird die Sicherung basierend auf der Wechselrichterleistung gewählt, nicht auf der Leistung der Batterie selbst.
Warum ist die 80%-Regel so wichtig?
Beim Entwurf einer sicheren elektrischen Installation geht es um mehr als nur die richtigen Materialien. Die Dimensionierung muss stimmen.
Die NEN1010-Norm schreibt vor, dass Schalter nicht dauerhaft bis 100 % ihres Wertes belastet werden dürfen.
Die Faustregel lautet:
Maximal 80 % des Nennwertes des Schalters dürfen dauerhaft belastet werden.
So vermeidest du Überhitzung, erhöhst die Zuverlässigkeit und verlängerst die Lebensdauer deiner Installation.
Diese Regel gilt unter anderem für:
✅ FI-Schutzschalter
✅ Installationsautomaten
✅ Stromkreise in Wohn- und Geschäftsgebäuden
Praktische Tabelle: maximaler Strom pro Schalter (80%-Regel)
Nutze diese Tabelle, um auf einen Blick zu sehen, welcher Dauerstrom sicher durch eine Sicherung geführt werden darf:
| Sicherung (A) | Max. Dauerstrom (A) |
|---|---|
| 6 | 4,8 |
| 10 | 8,0 |
| 16 | 12,8 |
| 20 | 16,0 |
| 25 | 20,0 |
| 32 | 25,6 |
| 40 | 32,0 |
| 50 | 40,0 |
| 60 | 48,0 |
| 80 | 64,0 |
| 100 | 80,0 |
| 125 | 100,0 |
| 160 | 128,0 |
| 200 | 160,0 |
| 250 | 200,0 |
| 320 | 256,0 |
| 400 | 320,0 |
| 500 | 400,0 |
| 630 | 504,0 |
Praktisches Beispiel: Wechselrichter oder Batterie anschließen
Angenommen, du installierst einen Wechselrichter, der maximal 40A liefern kann. Dann benötigst du einen FI-Schutzschalter von mindestens 50A (50A × 0,8 = 40A). Wählst du einen kleineren Schalter, besteht das Risiko einer unerwünschten Abschaltung oder sogar einer Beschädigung der Installation.
💡 Achtung: Das bedeutet auch, dass der Hauseingang mindestens 3x63A sein muss.
(63A × 0,8 = 50,4A → notwendig, um den 50A-Schalter sicher einsetzen zu können)
Den Hauseingang nicht vergessen
Nicht nur die einzelnen Schalter müssen der 80%-Regel entsprechen. Auch der Hauseingang eines Wohn- oder Geschäftsgebäudes muss ausreichend Kapazität haben, um alle angeschlossenen Systeme sicher zu unterstützen.
Warum das wichtig ist:
1. Selektivität
Wenn die Schalter hinter dem Hauseingang stärker sind als die Hauptsicherung, kann dies zu unerwünschten Situationen führen. Bei einer Störung schaltet dann nicht nur der betroffene Stromkreis ab, sondern möglicherweise die gesamte Installation – also das ganze Haus oder Gebäude.
⚠️ Das ist natürlich nicht wünschenswert und kann durch korrekte Dimensionierung und selektive Abstimmung von Haupt- und Gruppenschaltern einfach vermieden werden.
2. Überlastung
Jede Komponente in einer Installation ist für eine maximale Stromkapazität ausgelegt. Mit Solaranlagen, Batterien und bidirektionalen Ladestationen kann es zu internen Stromkreisläufen kommen. Das bedeutet, dass mehr Strom im System zirkuliert, als die Hauptsicherung normalerweise an das Gebäude liefern würde.
Das wird oft übersehen.
Beispielsituation:
Ein Wohnhaus mit einem 3x25A-Anschluss (max. 17.250 W) hat zu einem Spitzenzeitpunkt:
15 kW für ein Elektroauto
4 kW für eine Wärmepumpe
Das sind zusammen 19 kW, die der Netzanschluss also nicht liefern kann. Aber wenn 5 kW dieser Leistung aus einer Batterie oder einem PV-System kommen, scheint alles prima zu funktionieren — aber intern können die Stromschienen und Komponenten dennoch überlastet werden, wenn sie nicht dafür ausgelegt sind. Achte hier also gut darauf!
Situationen, die dir begegnen können:
-
Der Endnutzer möchte erweitern:
Fordere rechtzeitig eine Leistungsanhebung beim Netzbetreiber an
Oder entscheide dich für Lastmanagement oder Peak Shaving
(wird häufig bei gewerblichen Projekten angewendet, bei denen eine Aufrüstung keine Option ist)
-
Batteriesysteme als Lösung:
Diese können Spitzen intelligent abfangen und Netzengpässe reduzieren
Eine Batterie kann sogar verhindern, dass eine teure Netzanhebung nötig wird
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⚠️ Achtung: Stelle sicher, dass alle Komponenten im Verteilerkasten – einschließlich der Stromschienen – für die zusätzliche Belastung durch Wechselrichter, Batterien und andere Quellen geeignet sind. So vermeidest du Überlastung, Spannungsabfall oder thermische Schäden.
Häufige Fehler in der Praxis
❌ Die 80%-Regel ignorieren, weil „früher auch alles gut ging“
❌ Einen Stromkreis überlasten, indem mehrere Verbraucher kombiniert werden
❌ Den Hauseingang & Komponenten bei Systemerweiterung vergessen
Bei 4blue sind wir überzeugt, dass Wissen und Qualität den Unterschied machen zwischen bloßem Installieren und echtem Handwerk. Deshalb unterstützen wir dich als Installateur gerne mit den richtigen Informationen, Produkten und Support.
Fazit
Die 80%-Regel aus der NEN1010 ist kein theoretisches Detail, sondern ein wesentlicher Bestandteil jeder sicheren Installation. Mit der Tabelle in diesem Artikel bestimmst du schnell und einfach, welcher Schalter für dein System geeignet ist.
Und vergiss nicht: Der Hauseingang spielt dabei eine entscheidende Rolle. Besonders bei Kombinationen aus PV, Batterien und Ladestationen.
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