Eine Growatt APX-Batterie beginnt nicht bei jedem kleinen PV-Überschuss sofort mit dem Laden. Wenn die verfügbare Ladeleistung über längere Zeit zu gering ist, kann die Batterie in den SLEEP-Modus wechseln. Ein kleiner Überschuss wird dann vorübergehend ins Netz zurückgespeist. Growatt macht dies, um Energieverluste zu minimieren, unnötiges Schalten zu vermeiden und die Lebensdauer des Systems zu unterstützen.
Warum wird Strom zurückgeliefert?
Es kann vorkommen, dass Ihre Growatt APX-Batterie noch nicht voll ist, während die Solarmodule dennoch Strom ins Netz einspeisen. Das bedeutet nicht automatisch, dass etwas nicht stimmt.
Die Batterie wechselt nach zwei Stunden automatisch in den SLEEP-Modus, wenn folgende drei Bedingungen erfüllt sind:
- Die Batterie befindet sich ausschließlich im Ladezustand, ohne Entladung. Dies wird intern mit Alarmcode 701 bezeichnet.
- Die gesamte Ladeleistung liegt unter 50 Watt pro aktiver Batterie. (also pro 5 kWh)
Bei einer aktiven Batterie liegt die Grenze also bei einer Ladeleistung von weniger als 50 Watt. Bei zwei aktiven Batterien liegt die Grenze unter 100 Watt.
Warum lädt die Batterie bei diesem kleinen Überschuss nicht?
Das Laden einer Batterie benötigt selbst auch Energie. Der Wechselrichter, die Batterieelektronik und das Battery Management System müssen hierfür aktiv sein.
Wenn beispielsweise nur 30 Watt PV-Überschuss verfügbar sind, kann der Energieverbrauch des Systems im Verhältnis zur gespeicherten Energiemenge relativ hoch sein. Außerdem kann die Batterie bei wechselnder Bewölkung immer wieder ein- und ausgeschaltet werden.
Growatt nutzt daher den SLEEP-Modus, um:
- das System effizienter arbeiten zu lassen;
- unnötigen Eigenverbrauch zu vermeiden;
- häufiges Ein- und Ausschalten zu reduzieren;
- die Lebensdauer der Hardware zu unterstützen.
Wie viel Energie wird zurückgeliefert?
Angenommen, es werden zwei Stunden lang 30 Watt mehr erzeugt als verbraucht.
Die Berechnung lautet:
30 Watt × 2 Stunden = 60 Wattstunden
Das entspricht:
0,06 kWh
Bei einer aktiven Batterie liegt die Grenze für den SLEEP-Modus unter 50 Watt. Wenn die Ladeleistung zwei Stunden lang knapp unter dieser Grenze bleibt, sind es weniger als:
50 Watt × 2 Stunden = 0,1 kWh
Die Menge der vorübergehend zurückgespeisten Energie ist also begrenzt. Zudem kann es effizienter sein, diesen kleinen Überschuss zurückzuspeisen, als das gesamte Batteriesystem aktiv zu halten.
Wann wird die Batterie wieder aktiviert?
Die Batterie wird automatisch geweckt, sobald wieder ausreichend Energie verfügbar ist oder wenn ein eingestellter Ladeauftrag aktiv wird.
Das geschieht unter anderem:
- wenn die PV-Produktion wieder ausreichend ansteigt;
- wenn AC-Ladung und nächtliche Prioritätsladung eingestellt sind;
- wenn im Load-first-Modus länger als fünf Minuten mehr als 200 Watt zurückgespeist werden;
- wenn im Grid-first-Modus nach vollständiger Rückspeisung noch PV-Überschuss vorhanden ist;
- direkt bei AC-Ladung im Battery-first-Modus.
Keine Störung, sondern intelligente Steuerung
Dass ein Growatt APX-System eine kleine Menge Strom zurückliefert, obwohl die Batterie noch nicht voll ist, kann also Teil des normalen Betriebs sein.
Der SLEEP-Modus verhindert, dass das System bei sehr kleinen Energiemengen ständig aktiv bleibt. So begrenzt Growatt unnötige Verluste und Schaltvorgänge und schont die Hardware.
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