Synthetische Kältemittel wie R410A und R32 werden häufig in Wärmepumpen und Klimaanlagen verwendet.
R410A hat ein GWP von 2088 → 1 kg Emission entspricht 2.088 kg CO₂.
R32 hat ein GWP von 675 → 1 kg Emission entspricht 675 kg CO₂.
Zum Vergleich: Ein durchschnittliches Benzinfahrzeug stößt etwa 120–150 Gramm CO₂ pro km aus.
Natürliche Kältemittel (wie CO₂/R744, Propan/R290 und Ammoniak/R717) haben eine sehr geringe Klimaauswirkung.
Durch die europäische F-Gase-Verordnung wird die Verwendung synthetischer Kältemittel zunehmend eingeschränkt.
Was ist ein synthetisches Kältemittel?
Synthetische Kältemittel sind künstlich hergestellte Stoffe, die Wärme in Kälteanlagen, Klimaanlagen und Wärmepumpen transportieren.
Frühere Varianten (wie FCKW) waren schädlich für die Ozonschicht. Heutzutage werden vor allem HFKW (Hydrofluorkohlenwasserstoffe) eingesetzt. Diese greifen die Ozonschicht nicht an, haben aber bei Leckagen oft noch eine hohe Klimaauswirkung.
Die Auswirkung wird in GWP (Global Warming Potential) angegeben.
GWP gibt an, wie viel stärker ein Gas zum Treibhauseffekt beiträgt als CO₂.
CO₂ hat per Definition ein GWP von 1.
Häufig verwendete synthetische Kältemittel
R410A (HFKW) – jahrelang der Standard
Zeitraum: ca. 2005–2022 häufig verwendet
Typ: HFKW
GWP: ca. 2088
Eigenschaften:
Nicht brennbar (Sicherheitsklasse A1)
Gute Leistung
Viele bestehende Anlagen arbeiten noch damit
Umweltwirkung von R410A
Die Klimaauswirkung von R410A ist erheblich:
1 kg R410A = 2.088 kg CO₂-Äquivalent
-
Das entspricht ungefähr:
14.000 – 17.000 Autokilometern
Oder mehr als 10.000 kWh Graustromerzeugung
Eine durchschnittliche Wärmepumpe für den Wohnbereich enthält schnell 1 bis 2 kg Kältemittel. Bei vollständigem Austritt kann die Klimaauswirkung somit mehreren Jahren Autonutzung entsprechen.
Genau deshalb setzt die europäische F-Gase-Verordnung stark auf den Abbau.
R32 (HFKW) – aktueller Standard
Zeitraum: ca. 2016 – heute
Typ: HFKW
GWP: ca. 675
Eigenschaften:
Leicht entflammbar (A2L – niedrig entflammbar)
Höhere Effizienz als R410A
Weniger Kältemittel pro Anlage erforderlich
Umweltwirkung von R32
R32 ist eine deutliche Verbesserung gegenüber R410A:
1 kg R32 = 675 kg CO₂-Äquivalent
-
Das entspricht:
Ungefähr 4.500 – 5.500 Autokilometern
Das ist etwa 70 % geringere Klimaauswirkung als bei R410A.
Aber: 675-fach stärker als CO₂ bleibt erheblich. Deshalb wird auch R32 mittelfristig in Europa weiter zurückgefahren.
Was ist ein natürliches Kältemittel?
Natürliche Kältemittel sind Stoffe, die natürlich vorkommen, wie:
CO₂ (R744)
Ammoniak (R717)
Kohlenwasserstoffe wie Propan (R290)
Sie unterscheiden sich von synthetischen Kältemitteln (F-Gasen) dadurch, dass sie:
Keine fluorierten Treibhausgase sind
Die Ozonschicht nicht schädigen
Ein niedriges GWP haben
Klimaauswirkung natürlicher Kältemittel
| Kältemittel | GWP |
|---|---|
| CO₂ (R744) | 1 |
| Propan (R290) | ca. 3 |
| Ammoniak (R717) | 0 |
Zum Vergleich:
R410A → 2088
R32 → 675
CO₂ → 1
Das bedeutet, dass 1 kg R410A die gleiche Klimaauswirkung hat wie 2088 kg CO₂, während 1 kg CO₂-Kältemittel gleichbedeutend ist mit… 1 kg CO₂.
Dieser Unterschied ist enorm.
Warum ist das für Installateure relevant?
Der Markt bewegt sich schnell. Und die Regulierung noch schneller.
Die europäische F-Gase-Verordnung zielt auf:
Stufenweise Reduktion von HFKW
Höhere Anforderungen an Dichtheit
Strengere Zertifizierung
Förderung natürlicher Alternativen
Für dich als Installateur bedeutet das:
Anlagen werden immer öfter mit R32 oder R290 geliefert
Kenntnisse über A2L- und A3-Kältemittel werden wichtiger
Sicherheitsnormen ändern sich (brennbarere Kältemittel)
Lagerbestand und Projektentscheidungen müssen zukunftssicher sein
Die Energiewende geht nämlich über Solaranlagen hinaus. Auch im Bereich HVAC wird Nachhaltigkeit immer wichtiger.
Was bedeutet das für die Umweltwirkung einer Anlage?
Eine Wärmepumpe gilt als nachhaltige Lösung. Und das zu Recht — insbesondere in Kombination mit Solaranlagen.
Aber:
Die gesamte Umweltbelastung eines Systems wird auch durch das verwendete Kältemittel bestimmt.
Eine Leckage von 1 kg R410A kann einen Teil des Klimavorteils vorübergehend zunichtemachen. Deshalb werden natürliche Kältemittel sowohl technisch als auch politisch immer attraktiver.
Immer mehr Hersteller steigen deshalb um auf:
R290 (Propan) Wärmepumpen
CO₂-Systeme in gewerblichen Anwendungen
Zukunft: Von synthetisch zu natürlich
Der Trend ist klar:
R410A → wird ausgemustert
R32 → Zwischenlösung
R290 / CO₂ → zukunftssicher
In den kommenden Jahren wird der Fokus immer mehr liegen auf:
Niedrigem GWP
Höherer Energieeffizienz
Sicherer Anwendung
Regelkonformem Design
Fazit
Synthetische Kältemittel haben jahrelang gut auf dem Markt funktioniert. Aber die Klimaauswirkung – ausgedrückt im GWP – macht eine weitere Nachhaltigkeit notwendig.
R410A (GWP 2088) → hohe Klimaauswirkung
R32 (GWP 675) → verbessert, aber immer noch signifikant
Natürliche Kältemittel (GWP 0–3) → zukunftssicher
Für Installateure ist das Wissen über Kältemittel keine Nebensache mehr. Es ist Teil einer professionellen Beratung und zukunftsorientierten Systemauswahl.
Und genau hier machen wir als 4blue den Unterschied: gemeinsam, voller Energie.
Mehr erfahren?
Möchtest du Beratung zu zukunftssicheren Anlagen oder bist du neugierig auf unser Sortiment an Klimaanlagen und zugehörigen Komponenten?
👉 Oder registriere dich als Partner bei 4blue und bleibe über Markttrends, Schulungen und Produktupdates informiert.
Gemeinsam sorgen wir dafür, dass deine Projekte bereit für morgen sind. 💙
Kommentare
0 Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu hinterlassen.